Pflege und Wartung von Pressluftflaschen

Viele, speziell Urlaubstaucher, nehmen Pressluftflaschen als unverwüstlich und als gegeben wahr. Doch, so stabil sie zu sein scheinen, sind es dennoch empfindliche Utensilien, die ebenfalls einer regelmäßigen Pflege und Wartung bedürfen. Den meisten sollte bekannt sein, dass eine Flasche regelmäßig zum TÜV muss, oder niemals leer werden sollte. In diesem Artikel möchte ich darüber hinaus einige Ideen, Tipps und Anregungen geben im Umgang mit unseren Luftspeichern:

Pflege

Die Pflege fängt mit „common sense“ an. Und das bedeutet natürlich, dass die Flaschen nach Gebrauch abgespült und trocken gelagert werden sollten. Speziell beim Tauchen in Salzwasser mit Stahlflaschen. Schon aus Sicherheitsgründen sollte man es vermeiden, dass das Ventil bei Transport oder Lagerung beschädigt werden kann bzw. Schläge abbekommt. Es wird zwar nicht sofort abbrechen, aber die empfindliche Mechanik kann Schaden nehmen, was spätestens unter Wasser zu brenzligen Situationen führen kann.

Des Weiteren sollte man schauen, dass der Lack der Flasche / das Äußere der Flasche unbeschädigt bleibt. Das sieht nicht nur hässlich aus, sondern bietet auch Keimzellen für Rost! Ich verwende hierzu Standfüße und Flaschennetze. Diese schützen den Stahl der Flasche effektiv vor Stößen. Darüber ob man Füße und Netze verwenden sollte, gibt es kontroverse Diskussionen. Ein Nachteil dessen ist, dass diese dazu führen können, dass die Flasche nicht oder langsamer abtrocknet, weil Feuchtigkeit im Netz und unter dem Flaschenboden gefangen bleibt. Abhilfe schaffen hier, mit einem großen Bohrer gebohrte, zusätzliche Löcher im Flaschenboden. Diese sorgen dafür, dass auch hier das Wasser abfließt und nicht am Boden stehen bleibt. Vorteil ist, dass der Lack vor Beschädigungen geschützt bleibt – und der Lack ist es letztendlich, der die Flasche vor Rost schützt! Nun muss sich jeder die Frage stellen was wichtiger ist, und die für/wieder Argumente für sich abwägen.

Rost ist auch im Inneren der Flasche ein Thema, und kann dort sogar gefährliche Folgen haben! Daher sollte die Flasche nie unter 10 Bar Druck gebracht werden. Der Restdruck verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit, die zu Korrosion führen kann. Sollte die Flasche doch mal unter 10 Bar kommen, ist es die beste Option, dass man sie vorsichtshalber zur Inspektion durch einen Fachmann weg gibt. Feuchtigkeit ist auch der Grund weshalb die Flaschen nur an geprüften und dafür vorgesehenen Füllstationen gefüllt werden sollten. Diese trocknen die Luft ab, sodass sie nicht in der Flasche kondensieren kann. Trotz der trockenen Kompressor-Luft einer guten Füllstation sollte man es vermeiden die komplette Flasche sehr schnell ab zu lassen. Die sich plötzlich ausdehnende Luft und die sich dadurch abkühlende Flasche kann dann trotzdem Kondensflüssigkeit bilden, die sich in der Flasche niederschlägt! Flaschen können schon innerhalb von wenigen Stunden innen anfangen zu rosten!

Das Ventil ist sicherlich die fragilste Komponente einer Flasche. Es lohnt sich, neben einem Flaschennetz und einem Flaschenboden auch Kappen für die Ventilausgänge zu verwenden. Dies verhindert, dass sich Staub und Dreck in den Gewinden und in der Öffnung des Ventils sammelt. Dieser Dreck könnte ansonsten durch die Luft in die erste Stufe gespült werden. Es ist ebenfalls sehr ratsam nach dem Tauchen mit einem kurzen Luftstoß das Ventil trocken zu blasen. Normal sollte dies an Füllstationen zwar gemacht werden, aber wenn man es selbst macht, ist man auf der sicheren Seite. Es verhindert das Eindringen von Schmutz oder Feuchtigkeit aus dem möglicherweise feuchten oberen Teil des Ventils in die Flasche.

Last but not least sollte man das Ventil niemals mit Gewalt ganz zu oder ganz auf drehen. Es reicht das Ventil soweit zu zudrehen bis keine Luft mehr heraus kommt. Überdreht man das Ventil, riskiert man, es zu beschädigen.

Wartung

Stahlflaschen müssen alle 2 1/2 Jahre zum TÜV, Aluflaschen sogar nur alle 6 Jahre. Dennoch sollte man seine Flasche einer jährlichen visuellen Prüfung unterziehen um kein Risiko ein zu gehen. Die die Demontage des Ventils sollte nur von geschultem Personal vorgekommen werden um Beschädigungen am Ventil oder der Flasche zu vermeiden. Des Weiteren empfiehlt es sich, wie bei der gesamten Ausrüstung, selbst die Augen auf zu halten, hin und wieder mal das Flaschennetz oder den Fuß zu entfernen um zu sehen ob sich Rost bildet oder Beschädigungen vorhanden sind. Gibt es Probleme mit dem Ventil sollte ebenfalls umgehend gehandelt werden.


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