Nord Bali, Teluk Karang

Seit unserer Hochzeitsreise im Jahr 2014 lässt uns die Insel Bali nicht los. Denn auch 2015 zog es uns auf die Insel der Götter. Im folgenden Jahr mussten wir ein Jahr aussetzen wegen der Geburt unserer Tochter. Aber uns war die ganze Zeit klar: Sobald es wieder möglich ist, reisen wir wieder nach Bali. Gesagt, getan: 2017 machten wir uns, diesmal zu dritt, auf den langen Weg.

Im Gegensatz zu meinem vorherigen Bericht, möchte ich dieses Mal etwas mehr Bilder zeigen und weniger schreiben. Denn: Bilder sagen mehr als 1000 Worte!

Agung Vulkanausbruch

Doch zunächst einige Worte zum Agung Vulkan: Bereits zwei Wochen vor unserer Abreise machte der Berg mit erhöhten seismischen Aktivitäten auf sich aufmerksam. Es wurde eine Schutzzone von 12 Kilometern um den Vulkan angelegt. Einheimische wurden in Auffanglager überall auf der Insel evakuiert. Wir haben uns die Entscheidung, mit einem kleinen Kind nach Bali zu fliegen, aus dem Grund nicht einfach gemacht. Wir haben viel gelesen, die Nachrichtenlage verfolgt und sogar einen Vuklanexperten um Rat gebeten. Das Resort Teluk Karang liegt rund 24 Kilometer vom Vulkan entfernt – weit ausserhalb der Gefahrenzone. Dennoch wollten wir alle möglichen Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, die für uns möglich erschienen: Wir haben uns in die Krisenvorsorgelisten des Auswärtigen Amtes (Deutschland) sowie des ministerie van Buitenlandse Zaken (Niederlande) eingetragen um stets auf dem neuesten Stand zu sein und im Fall der Fälle Hilfe zu bekommen. Ausserdem haben wir Anschriften von Konsulaten, Reiseagenturen, Airlines etc. immer am Mann. Last but not least war die einzige Gefahr die uns im Resort hätte drohen können die Vulkanasche und schwefelhaltige Luft. Gegen Asche hilft zwar ein feuchtes Tuch oder eine simple Atemmaske, gegen schwefelhaltige Luft allerdings nicht. Aus diesem Grund haben wir uns Atemmasken der Schutzklasse FFP3 gekauft. Diese Masken sitzen erheblich besser als simple Masken und sollen auch Schwefel aus der Luft filtern.

Wir wollten nicht nur unbedingt nach Bali weil wir uns nicht den Urlaub, auf den wir uns schon über ein Jahr gefreut hatten, verderben lassen wollten. Es hilft auch den Menschen auf Bali nicht, wenn schlagartig alle Touristen weg bleiben. Die Krise betraf zum damaligen Zeitpunkt bereits einen großen Teil des Tourismus im Nordosten Balis. Noch weniger Touristen verschärfen die Lage dort nur noch mehr. Ausserdem wollten wir auch einige Kleiderspenden mitbringen.

Während unseres Aufenthalts war der Agung, bisauf einige kleinere Erdstöße und einer kleinen Rauchfahne am Gipfel, ruhig. Siehe Foto. Wir konnten unseren Urlaub ungestört genießen. Mittlerweile ist der Agung jedoch ausgebrochen. Hier ein Video vom aktuellen Ausbruch zusammen mit einem Zitat des Videografen:

I have never in my life seen anything quite as beautiful, formidable and scary as this.

Mount Agung Erupting Timelapse – Nov 26 2017

I’ve gotten up at 3am to shoot so many times, but I have never in my life seen anything quite as beautiful, formidable and scary as this.

Timelapse video (It’s much slower than this in real life) of Mount Agung erupting for the first time in over 50 years.

Bali has been home on and off for 2 years now and I hope that all the locals that live on or near mount Agung are ok .

We were there for almost an hour (with Justyn Jen Gourdin and Tina May) taking some amazing stills, videos, timelapses and drone photos and I’ll be sharing more on my instagram throughout the day — www.instagram.com/eyes_of_a_nomad

Posted by Eyes of a Nomad on Samstag, 25. November 2017

Wir wünschen allen Menschen auf Bali nur das Beste in der Bewältigung dieser Krise und hoffen darauf, dass niemand zu Schaden kommt. Wer das Leid etwas lindern möchte, kann unter diesem Link für die Bevölkerung spenden hinterlassen.

Reise und Ankunft

Unsere Reise begann früh Morgens am Sonntag den 1. September 2017. Eine Maschine der Singapore Airlines brachte uns nach einem kurzen Stop in Singapur sicher nach Bali. Nach der über 16 Stunden langen Reise folgte eine dreistündige Autofahrt vom Flughafen im Süden, nach Tejakula in den Norden.

Das Wetter war, wie immer, nahezu perfekt. 30°C und nur leicht bewölkt – so sollte es unseren ganzen zweiwöchigen Aufenthalt an diesem tollen Ort bleiben. Wir freuten uns schon auf ganz viele tolle Tauchgänge und Ausflüge.

Tauchen in Teluk Karang

Wir waren schon sehr gespannt und es kribbelte der Taucher in uns schon lange, auf Teluk Karang, im 29° warmen Wasser, wieder tauchen zu gehen. Wir hatten uns lange darauf gefreut, mussten uns aber, im Gegensatz zum letzten Mal, natürlich auch mit unserer Tochter arrangieren. Das klappte so gut, dass wir sogar die Gelegenheit hatten, einige Tauchgänge gemeinsam zu genießen. Bereits vorher konnten wir uns auf neue Gäste im Hausriff freuen: Zwei Weißspitzen-Riffhaie hatten sich dauerhaft niedergelassen. Wir haben aber auch sehr viel Neues gesehen, wie mehrere Karettschildkröten, Tintenfische oder Sepia. Dazu kam die altbekannt schöne Unterwasserwelt Balis mit viel Makros, wie Nudis oder Garnelen, Blaupunkt Rochen etc. Nachfolgend wie versprochen einige Eindrücke unserer Tauchgänge im Norden Balis:

Nachttauchgang

Wie fast überall, lohnt es sich natürlich auch auf Bali, einen Nachttauchgang zu machen. Zirka eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang verändert sich die Flora und Fauna Unterwasser schlagartig. Es ist fast wie ein komplett neuer Tauchplatz. Also war natürlich für uns klar, dass wir uns das auch dieses Jahr nicht entgehen lassen wollten. Hier sind einige Impressionen:

Ausflüge

Wenn man schon mal auf Bali ist, sollte man nicht unbedingt nur tauchen gehen sondern natürlich auch die Insel erkunden. Die vergangenen zwei Aufenthalte haben wir das schon ausgiebig  getan – zu lesen in meinem anderen Bericht. Dieses Mal zog es mich u.A. auf das Wasser mit Made, dem Ehemann der Hotelmanagerin. Er besitzt ein traditionelles Fischerboot und hat mich auf zwei Angelausflüge mitgenommen. Wir angelten nach Mahi Mahi und Thunfischen. Thunfisch war und nicht vergönnt, aber je einen Mahi Mahi konnten wir fangen. Die Küche im Teluk Karang bereitete den Fisch dann für uns zu.

Ein zweiter Abflug führte uns unter Anderem zu den GitGit Twin Waterfalls, einer Kokosöl Manufaktur und nach Singaraja. Nachfolgend einige Impressionen der wunderschönen Insel:

Teluk Karang

Ich möchte es, bei allen schönen Tauchbildern und Bildern der Insel der Götter, auch nicht versäumen noch einige Eindrücke von Teluk Karang selbst zu zeigen. Das Resort ist recht klein, mit nur  sieben kleinen, und zwei großen Bungalows. Es liegt direkt am Meer im Norden der Insel. Neben den Bungalows, besitzt es eine gut ausgestattete Tauchbasis, ein schönes, geräumiges Restaurant und einen schönen Spa-Bereich. Das Besondere am Teluk Karang sind jedoch die Personen. Sehr liebevoll, stets ein Lächeln auf den Lippen. Auch nach dem dritten Urlaub dort, zieht es uns noch immer dorthin zurück.

Umweltschutz

Das Thema Umweltschutz und Müll ist für Bali, und die ganze Region ein sehr wichtiges. In vielen Orten im Norden gibt es keine geregelte Müllabfuhr und überall im Wald findet man Müll. Dieser Müll wird, über kurz oder lang, ins Meer gespült. Ein Zeichen dafür war auch, dass ich mehrfach während meines Angelausfluges Plastikmüll am Haken hatte. Das Ganze ist natürlich nicht neu und beschäftigt nicht nur das Teluk Karang selbst, sondern auch einige andere Organisationen.

Im Teluk Karang hat man sich entschlossen den Plastikmüll so gut es geht zu vermeiden. Jeder Gast bekommt zum Beispiel beim check-in eine wiederverwertbare Flasche mit der Wasser geholt werden kann. Auf diese Weise werden zig Plastikflaschen pro Besuch an Müll vermieden. Gleichzeitig wird in der selbst gegründeten Schule versucht, den Kindern des Dorfes neben Englischkenntnissen, auch ein Bewusstsein für Müll bei zu bringen.

Eine weitere Initiative ist „Bye bye Plastic Bags„. Gegründet wurde das Projekt von den damals erst 12 Jahre alten Melati und Isabel Wijsen. Beide leben auf Bali und haben es sich auf die Fahnen geschrieben Plastiktüten den Garaus zu machen.

Generell halte ich solche Initiativen und Projekte für sehr unterstützenswert – sogar mehr als Initiativen in Deutschland Plastiktüten zu verbieten. Denn der Müll dort landet ungefiltert sofort im Meer. Und die Folgen sind, wie wir wissen, verheerend.


Dies war Teil 1 meines Tauchurlaub Berichtes. In Kürze folgt der zweite Teil mit den Geschichten und Bildern unseres Besuchs auf der Insel Nusa Lembongan und unseren Aufenthalt in Ubud.


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