Bali, Nusa Lembongan

Willkommen zum zweiten Teil des Tauchreseberichts unseres Bali Urlaubes! Die letzte und dritte Woche unseres Urlaubes zog es uns hinunter in den Süd-Osten Balis. Genauer gesagt auf die kleine Insel Nusa Lembongan. Sie ist eine von drei kleinen Inseln in der Straße von Lombok vor der Küste Balis. Die anderen beiden sind Nusa Penida und Nusa Ceningan. Die nur ca. 8 km² kleine Insel reizte uns aus zweierlei Hinsicht: Zum Einen beherbergt sie berühmte Tauchspots wie den Manta Point oder Chrystal Bay, zum Anderen zeigt sie wieder eine andere Facette von Bali die wir bis dato noch nicht kannten.

Zugegeben: Eigentlich bevorzugten wir bis zu unserer Buchung die Gili Inseln. Verführt durch traumhafte Bilder der Strände und der Unterwasser Landschaft. Jedoch wurde uns wegen unserer Tochter davon abgeraten. Die Fähren auf die umliegenden Inseln sind keine großen Autofähren wie bei uns, sondern eher größere Speedboote mit eher geringeren Sicherheitstandards. Daher erschien uns, und unserem Reiseveranstalter eine mehr als 35km weite Bootsreise von Bali zu den Gilis als zu riskant. Stattdessen wählten wir den nur 17km langen Weg von Denpasar nach Nusa Lembongan.

Die Anreise

Wir reisten aus Teluk Karang im Norden Balis, wo wir die ersten beiden Urlaubswochen verbracht haben, nach Nusa Lembongan. Morgens holte uns ein freundlich und gut gelaunter Fahrer vom Resort ab. Seine gute Laune spiegelte so gar nicht unsere traurigen Gesichter wieder als wir abschied nehmen mussten. Die Tatsache, dass jedes Mal „Time to Say Goodbye“ von  Andrea Bocelli und Sarah Brightman gespielt wird, half nicht dabei die Stimmung auf zu heitern.

Nach diesem emotionalen „Bis Bald“ zum Teluk Karang und den Menschen, machten wir uns auf die lange Autofahrt zur Fähre nach Sanur. Die gut 90 Kilometer lange Fahrt dauerte, auch weil wir einen Umweg fahren mussten wegen der Agung-Sperrzone, gute drei Stunden. Unsere Vorstellung einer Fähre war bis dato, dass dies große Schiffe sind, mit einem großen Anleger und einigermaßen bequem. Allerdings stellte sich nun heraus wieso man uns vor einer längeren Fährfahrt zu den Gilis abgeraten hatte! Die erste Überraschung hätte uns eigentlich vorher klar sein müssen: Es gibt keine Anleger oder Stege. In Bali ist es nicht erlaubt Anleger zu bauen da man glaubt, dass hierdurch böse Wassergeister an Land kommen können. Daher gelangt man auf die, an den Strand gezogenen Speedboote durch waten durch knietiefes Wasser. Die Schuhe muss man vorher in eine Kiste packen und das Gepäck wird von Hand auf das Dach des Bootes verladen. Alles in Allem sehr abenteuerlich.

Abenteuerlich war die Bootsfahrt an sich auch. Alle der knapp 100 Passagiere sitzen auf dem Unterdeck des Bootes auf mehr oder weniger bequem gepolsterten Bänken. Aus gutem Grund setzten wir uns sehr weit hinten in die letzte Reihe, direkt vor den vier dröhnenden Aussenbordmotoren. Wir wollten sicherstellen, dass wenn etwas passiert, wir die ersten sind die samt Kind das Boot verlassen können – denn weiter vorne gab es keinen erkennbaren Notausstieg.

Auf Nusa Lembongan angekommen mussten wir uns noch einige Zeit gedulden bis wir das Boot verlassen konnten. Das Fähr-Team bekam das Boot nicht nah genug an den Strand – wohl wegen der herrschenden Ebbe. 20 Minuten sollte es dauern bis sie aufgaben und ein Kanu organisierten mit dem zumindest das Gepäck und meine Frau samt Kind trocken an den Strand kommen konnten. Ich war über die Abkühlung gar nicht mal so undankbar.

Nach einer kurzen Fahrt mit einem Shuttle konnten wir unser kleines aber feines Zimmer in den Bay Shore Hut’s (nein, das Apostroph gehört so… ) am Tamarind Beach beziehen, welches für die kommenden vier Tage unser Zuhause sein sollte.

Hier ein paar Bilder unserer Anreise:

Tauchen auf Nusa Lembongan

Wir hatten je einen Tauchtag bei World Diving Lembongan gebucht. Wir mussten uns abwechseln, da wir, im Gegensatz zum Teluk, auf Nusa Lembongan niemanden kannten, der in der Zeit auf unsere Tochter hätte aufpassen können. Gesagt getan: Mir wurde eine Abholung „with a Scooter“ für den Montagmorgen um 7:30 vom Divecenter zugesagt. Nun bin ich nicht die schmalste Person und meine Ausrüstung sollte ja auch noch mit. Entsprechend skeptisch war ich, ob das, zusammen mit einem kleinen Balinesen, auf einem Roller so gut klappen würde. Außerdem hatte ich keine kleine Tasche für die Ausrüstung dabei. Zur Vorbereitung verpackte ich alles so klein wie möglich in meinen Rucksack. Nur Flossen und Jacket musste ich in die Hand nehmen.

Als die Zeit für die Abholung gekommen war, stand aber ein Kleinbus vor der Tür. Angeblich sollten noch weitere Deutsche zum Tauchen mitkommen. Eben jene Familie, die wir auch schon auf der Überfahrt kennengelernt hatten. Sie kamen Tags zuvor frisch aus Deutschland und ich wollte schon fast meinen Hut ziehen vor diesem Tauch-Ehrgeiz gleich am nächsten Tag gejetlagged ins kalte Nass zu gehen. Es schien sich jedoch um ein Missverständnis zu handeln und die Taucher wollten doch noch nicht mitgehen. Bis dies feststand, vergingen aber mehr als 30 Minuten… Zeit, die man gerade auf dem Tauchboot auf mich wartete! Also, nichts wie zur Basis, Papierkram erledigen, Tasche umpacken und: Aufs wartende Boot.

Das große Tauchboot mit ca. 15 Tauchern an bord hatte den Strandbereich noch nicht ganz verlassen, da fiel mir auf, dass ich meinen Tauchcomputer in meinem Rucksack (den ich in der Tauchbasis deponiert hatte) vergessen hatte. Ich habe zwar einen Tiefenmesser an meinem Fini, aber dennoch war mir nicht ganz wohl als der Guide sagte „Kein Problem, halte dich einfach an meine Tiefe“. Und in der Tat sollte es gleich beim ersten Tauchgang zu einer Herausforderung werden…

User erster Stopp war Chrystal Bay. Dieser Tauchplatz ist bekannt dafür, dass man dort regelmäßig auf Mola Mola treffen kann. Er ist jedoch auch nicht ganz einfach zu betauchen. Die Bucht fällt immer und immer schneller ins Meer ab und große Tiefen sind rasch erreicht. Daher vereinbarten wir vor dem Tauchgang eine maximale Tiefe von ca. 25 Metern. Eine Tiefe die mir, ohne Tauchcomputer auch komfortabel vorkam. Ausserdem sollten wir ins Blaue nach Molas Ausschau halten. Nach 20 mehr oder weniger ereignisarmen Minuten konnte man in der Ferne ein Klopfen hören: Ein Guide machte hektisch auf etwas aufmerksam. Nach nur wenigen Sekunden stürmten gut zwei Dutzend Taucher um uns herum nach schräg unten dem Riff entlang in die Tiefe. Auch unser Guide und meine Gruppe folgten dem Geräusch … 20, … 25, … 30 Meter Tiefe und mehr. Bei all den Tauchern war es wichtig weder die Tiefe noch den eigenen Guide aus den Augen zu verlieren! Bei 40 Metern Tiefe standen wir vor einem prächtigen Mondfisch der sich zum Putzen mit dem Kopf nach oben ins Wasser aufgestellt hatte. Unter den zwei Dutzend Tauchern, wovon sich ein Teil wie immer nicht zu benehmen wusste, war es sehr schwer ein ordentliches Foto zu schießen. Es war recht dunkel und die Entfernung zum Fisch war zu groß als dass meine Lampen etwas ausgerichtet hätten. Ausserdem waren überall nur Blubberblasen von Tauchern die sich zum Teil absurd nah am Fisch befanden. Letzteres verschreckte den armen Kerl dann auch nach wenigen Minuten und die Taucher schwammen alle wieder gemächlich in das flachere Wasser. Zu meiner großen Freude fand ich auch meine Tauchgruppe wieder, sodass einem sicheren Auftauchen nichts mehr im Wege stand. Jedoch war diese Situation eine Lehre, niemals mehr den Tauchcomputer zu vergessen da dies sehr schnell unangenehme Folgen und Stress beim Tauchen zur Folge hat.

Nach einer kurzen Bootsfahrt und einem kleinen aber sehr leckeren Mittagessen führte der zweite Tauchgang des Tages zum Manta Beach. Einer Bucht in der man, wie der Name schon sagte, auf Mantas treffen kann. Hier hatte ich das Glück drei große Mantas fotografieren zu können. Leider zogen diese einige dutzend Meter von uns ihre Bahn sodass die Fotos nicht optimal geworden sind. Dennoch war es ein sehr schöner und spannender Tauchgang ohne weitere ungewollte Vorkommnisse.

Hier einige Eindrücke der Tauchgänge:

Was kann ich empfehlen?

Ich kann die Tauchbasis World Diving Lembongan uneingeschränkt empfehlen. Freundliches Personal und ein tolles großes Tauchboot. Allerdings haben sie auch kleine Dingis mit welchen es kein großer Spaß ist, den halben Tag auf teilweise rauher See unterwegs zu sein. Die Preise sind auch recht hoch. Pro geführten Bootstauchgang stehen da schon mal 70€ auf der Uhr. Last but not least sollte man sich unbedingt einige Wochen vorher anmelden da die Plätze sehr knapp sind.

Ausserdem sollte man versuchen die Tauchplätze „Chrystal Bay“ (Mondfische) und „Manta Point“ (Mantas) zu besuchen. Die Basis fährt nicht jeden Platz an jedem Tag an – von daher sollte man sich mit der Basis absprechen.

Macht mehr als nur einen Tauchtag! Wir hatten je noch einen, und es war mindestens zwei Tauchtage zu kurz um noch mehr Eindrücke zu sammeln.

Inselbesichtigung

Wie bereits beschrieben, ist Nusa Lembongan sehr klein. Allerdings ist es zu groß um es zu Fuß zu erkunden. Wenn man alleine oder zu zweit ist, ist die beste Möglichkeit einen Roller zu mieten. Für wenige Euro am Tag kann man die kleinen Flitzer um die ganze Insel hetzen. Wir hatten wie gesagt unsere Tochter dabei. Aus diesem Grund entschieden wir uns für ein Elektro-Golfcart. Mit seinen 30 km/h konnten wir in einem Tag die ganze Insel bequem erkunden.

Was kann ich empfehlen?

Yellow Bridge (Sehenswürdigkeit): Die Yellow Bridge verbindet Nusa Lembongan mit Nusa Ceningan. Die Brüche an sich ist recht klein und kann nur zu Fuß oder mit Motorrollern überquert werden. Von ihr hat man jedoch eine tolle Aussicht über den Kanal zwischen den beiden Inseln und dessen türkis-blaues Wasser.

Mangrovenwald: Man kann Besichtigungstouren durch den Mangrovenwald im Norden der Insel machen. Sehr spannend und informativ.

Dream Beach: Der Dream Beach ist ein eher unspektakulärer Strand der von Chinesischen Touristen übervölkert wird. Geht man jedoch in das Cafe Pandan, direkt am Eingang des Strandes, bekommt das Ganze eine neue Wendung. Dort sollte man unbedingt in die oberen Stockwerke. Gemütliche Liegen mit toller Aussicht und kühle Getränke fernab der vielen Touristen im Sand.

Devil’s Tear: Nur wenige Gehminuten entlang der Küste vom Dream Beach entfernt liegt der Devil’s Tear. Eine unwirklich erscheinende, schroff zerklüftete Felsenküste mit vielen Höhlen, Einbuchtungen und beeindruckend brandenden Wellen. Wer früh morgens oder Nachmittags dort hin geht, kann zudem einen tollen Sonnenauf- oder Untergang erleben.

Restaurants: Zwei Restaurants die wir uneingeschränkt empfehlen können ist das Sandy Bay Beach Restaurant und das Lgood Bar & Grill. Das Sandy Bay Beach Restaurant liegt im Südwesten der Insel am Sandy Bay. Das etwas feinere Restaurant bietet gegen Abend einen beeindruckenden Sonnenuntergang und einen tollen Blick übers Meer. Das Lgood lag nahe an unserem Hotel: Live Musik und sehr leckeres Essen machen das gepflegte Restaurant aus.
Ganz im Norden findet man etwas versteckt hinter dem Mangrovenwald noch eine ganze Reihe an Beach-Bars. Wer einen Roller hat, kann gerne mal einen Ausflug dahin wagen und eine Kokosnuss auf einem Sitzsack auf dem Strand genießen.

Hier zusammengefasst alle Sehenswürdigkeiten:

Und hier die versprochenen Bilder:


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