Kaufkriterien für einen Tauchcomputer

Dieser Artikel soll ein kurzer Leitfaden für frisch gebackene Taucher sein, zum kauf des ersten eigenen Tauchcomputers. Wenn die Interessen sich weiter entwickeln, beispielsweise Richtung Tech-Diving, oder mit mehr Erfahrung, ändern sich diese Anforderungen möglicherweise. Aber für den frisch gebackenen OWD oder AOWD sollte diese Liste mehr oder weniger ein guter Anhaltspunkt sein. Nachfolgend die Kriterien die du für den Kauf eines ersten Tauchcomputers heranziehen kannst:

  1. Einfache Bedienung
    Der beste Tauchcomputer nützt nichts, wenn die Bedienung so umständlich ist, dass es mehr einem Kampf gleicht als einer Nutzung des Gerätes. Daher sollte man sich die Zeit nehmen sich das Gerät im Fachhandel einmal erklären zu lassen und nach Möglichkeit auch mal selbst daran herumspielen. Ist die Menüführung intuitiv? Sind die Anzeigen selbsterklärend? Schließlich muss man den Computer auch in stressigen und nicht optimalen Bedingungen unter Wasser bedienen und richtig ablesen können.
  2. Gut ablesbares Display
    Genau so wichtig wie eine gute Bedienung ist ein gut ablesbares Display. Winzige Displays von uhrähnlichen Tauchcomputer mögen schick aussehen, sind aber nur bedingt praktisch. Erst recht am Anfang nicht, wo man noch nicht alles aus dem Rückenmark macht sondern alles Aufmerksamkeit erfordert. Dabei muss es nicht unbedingt ein Farbdisplay sein, aber ein großes Display mit gut erkennbaren Zahlen, das logisch aufgeteilt ist, ist von großem Vorteil.
  3. Mit Handschuhen bedienbar
    Manchmal geht es in der Eile des Gefechtes unter, dass man den Computer unter Wasser zu meist mit Handschuhen bedienen muss oder es zumindest tun können sollte. Denn in der Tauchbasis, beim Kauf, mag die Bedienung ganz einfach von der Hand gehen, mit Handschuhen sieht es bei manchen Modellen mit kleinen, dicht beieinander liegenden und/oder schwergängigen Knöpfen schon anders aus.
  4. Batterie selbst wechseln
    Eine Batterie selbst wechseln zu können mag zunächst nicht so wichtig zu sein. Aber es erlangt schlagartig Wichtigkeit, wenn im Tauchurlaub oder auf dem Tauchboot die Batterie zuneige geht. Wehe dem, der im Tauchlogbuch eine Ersatzbatterie liegen hat und sie spontan selbst wechseln kann. Nicht zuletzt spart man dadurch auch sehr viel Geld – da manch Tauchbasis sehr viel Geld für Batterie und Wechsel verlangt. Eine durchschnittliche Batterie für einen Tauchcomputer kostet unter 2€. Wiederaufladbare Akkus mögen sich auch gut anhören, aber die Laufzeit ist meist nicht so lange wie die bei gekauften Batterien, und man muss sich absolut sicher sein, dass man mit der aktuellen Ladung den Tauchgang durchhält. Von daher: Augen auf.
  5. NITROX fähig
    Bei Erwerb eines OWD mag auch diese Fähigkeit zunächst nicht im Fokus stehen. Aber spätestens wenn man den AOWD macht und mehr und mehr im Urlaub taucht, kommt NITROX, also Sauerstoff angereicherte Luft, ins Spiel. Der Tauchcomputer sollte daher NITROX fähig sein – also sollte auch der Tauchcomputer bereits verschiedene Atemgase unterstützten. Dabei ist es zunächst nicht wichtig ob er mehrere Atemgase innerhalb eines Tauchgangs unterstützt – aber den Sauerstoffpegel sollte man einstellen können.
  6. Beleuchtung
    Wenn man an das Thema Nachttauchen denkt, oder an schlechte Sicht und dadurch eine dunkle Umgebung ist es eigentlich nur logisch, dass es praktisch ist, wenn der Tauchcomputer eine eigene Beleuchtung besitzt.
  7. Optional: Tauchfreunde besitzen den gleichen Computer
    Es ist sehr praktisch, speziell am Anfang, wenn deine Tauchfreunde den gleichen Computer besitzen wie du. So kann man sich gegenseitig helfen und auch unter Wasser versteht es der jeweils andere, wenn man ihn seinen Tauchcomputer zeigt, weil man selbst eventuell daraus nicht schlau wird, Grundzeiten oder Deko-Zeiten austauschen möchte. Es ist auch praktisch aus dem Gesichtspunkt, dass dann alle Computer mit dem selben Algorithmus rechnen und auf gleiche Werte kommen.
  8. Optional: Luftintegriert
    Ob ein Tauchcomputer luftintegriert ist, spielt speziell am Anfang keine große Rolle. Es gibt eine Gründe die dafür sprechen, einen solchen zu kaufen, es gibt aber auch Gründe die dagegen sprechen. Luftintegrierte Computer sind meist teurer und liefern keinen wirklichen Mehrwert. Denn ein Finimeter benötigt man trotzdem noch als Backup. Es ist also nur die Art und Weise des Ablesens die sich ändert. Zugleich hat man aber ein weiteres Teil, den Sender, auf den man Acht geben muss. Die Batterie kann leer gehen, er benötigt Wartung und einiges mehr. Daher ist ein Luftintegrierter Computer eher nicht so wichtig.
  9. Optional: Kompass
    Auch nett, aber nicht wirklich wichtig ist, ob der Tauchcomputer einen eingebauten Kompass besitzt. Ob man diesen, im Vergleich zu einem normalen Kompass gut genug ausgerichtet und abgelesen bekommt, sei mal dahin gestellt. Daher ist dieses Feature eher unwichtig.

Beispiel

Als ich mich vor einiger Zeit die Frage gestellt habe „Welcher Tauchcomputer würde mir taugen“, habe ich mich auch zuerst gefragt welche Kriterien wichtig sind und bin am Ende auf obige gestoßen. Nach längerem Suchen, habe ich mich letztendlich für den Mares Nemo Wide II entschieden. Er erfüllt alle obigen Kriterien – bis auf die Optionalen. Er ist kinderleicht in der Bedienung, hat ein großes, einfach abzulesendes Display (das Titelbild zeigt meinen Nemo Wide auf 24,9m Tiefe, mit einer Rest-Grundzeit von 12 Minuten, bei einer Tauchzeit von 24 Minuten in 26° warmen Wasser), besitzt vier sehr große Knöpfe, die sich mit jedem Handschuh problemlos bedienen lassen, die Batterie kann selbst gewechselt werden und kostet mit Multipack nur um einen Euro, er ist Nitrox-fähig und besitzt eine eigene Beleuchtung. Der Kaufpreis liegt mit um die 200 Euro ausserdem vollkommen im Rahmen.

Ich hoffe, diese Kriterien waren eine kleine Hilfe beim Aussuchen eines neuen Computers. Gerne darf diese Liste in den Kommentaren erweitert werden.


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