Tauchen auf der „Vandi“ Key West

Einmal im Jahr habe ich die Gelegenheit von der Firma für die ich Arbeite zu einem Sales Summit in die USA zu fliegen. Als ich hörte, dass mich der diesjährige Summit nach Florida führen würde, war ich begeistert. Ich habe schon einige Ecken der USA sehen können, aber in Florida war ich noch nie!

Ich hatte die Gelegenheit neben dem geschäftlichen Zeit einige private Tage hinten an zu hängen und die Planungen gingen los. Neben den Florida Touri-Hotspots Miami, Everglades, Kennedy Space Center und Key West, sollte natürlich auch mindestens ein Tauch-Trip enthalten sein. Mein Trip Florida zu entdecken führte mich von Orlando, dem Ort des Events, zum Kennedy Space Center. Von dort aus machte ich mich Abends auf zu Miami Beach. Eine Fahrt die ich leider etwas unterschätzt hatte… Aber das ist eine andere Geschichte 😉

Am nächsten Tag fuhr ich, nach einer Entdeckungstour durch Miami zu den Everglades und nahm an einer Airboat Tour teil. Nicht gerade nachhaltig… Aber das war der ganze Trip trotz CO2 Kompensation ohnehin leider nicht.Von den Everglades ging es Abends dann bis runter zu Key West. Ebenfalls eine recht lange Fahrt bis spät in den Abend.

Bereits einige Tage vor meiner Ankunft in Key West hatte ich mich mit der Tauchbasis auf Key West ausgetauscht und zuerst zwei Tauchtrips reserviert. Captain’s Corner Key West war extrem freundlich und antwortete immer schnell. Bei meiner Suche nach Tauchspots in Florida war einer immer vorne in der Liste: Das Wrack der USNS General Hoyt S. Vandenberg – einem 17.000 Bruttoregistertonnen, 160 Meter langen Ex-Militärschiff welches 2009 als künstliches Riff versenkt wurde. Wen die Story der Versenkung interessiert, dem sei nachfolgendes Video empfohlen.

Die Geschichte der Versenkung der USNS General Hoyt S. Vandenberg

Die Geschichte der „Vandi“ ist sehr bewegt und begann als Transportschiff 1943 im zweiten Weltkrieg, ging 1964 über als Raketen-Tracking-Schiff im kalten Krieg bis hin als Schauplatz des Hollywood B-Movies „Virus“ mit Jamie Lee Curtis, Donald Sutherland und William Baldwin in den Hauptrollen

Am Tag des Tauchgangs begab ich mich in den Hafen von Key West und entdeckte den Stand von Captain’s Corner direkt vor den Docks. Einen richtigen Dive-Store gibt es dort nicht. Nach einer kurzen Anmeldung, bei dem ich den zweiten Trip aus Zeitgründen stornierte, ging es direkt schon aufs Boot. Nur noch schnell einen Anzug auf dem Anleger geschnappt und los ging’s zur ca. 10km weit entfernten Vandenburg.

Nach etwa 40 bis 45 Minuten durch das aufgewühlte Meer erreichten wir die sechs Bojen des Wracks. Da meist mehrere Tauchboote dort festmachen, wird ein Seilsystem aus einem Vertikalen Seil mit Gewicht vom Boot, und einem horizontalen Seil auf 5 Meter Tiefe vom Boots-Seil zum Bojen-Seil erstellt. Gleichzeitig erlaubt es das horizontale, ca. 10 bis 15 Meter lange Seil, bequem einen Safety-Stop zu absolvieren.

Dive Map USNS General Hoyt S. Vandenberg

Die Sechs Bojen führen zu unterschiedlichen Teilen des Schiffes und die beiden Tauchgänge absolvierten wir wegen der Länge und Tiefe des Schiffes an unterschiedlichen Bojen:

  1. Schiffs-Bug
  2. Brückenartiger Aufbau auf dem Bug
  3. Hinterer Teil der Brücke
  4. Große IIR-L U Radarantenne (Antenne mittlerweile abgebrochen und liegt daneben auf dem Deck)
  5. Hintere (nicht mehr vorhandene) Telemetrie Antenne
  6. Heck des Schiffes

Die obersten Aufbauten des Schiffes liegen ca. 14 Meter unter Wasser, das Deck gute 29 Meter und der Kiel sogar 45 Meter. Die Sicht an der Vandenberg ist in den Sommermonaten meist sehr gut – als ich dort war, im Januar 2019, betrug die Sicht etwas mehr als 10 Meter. Manchmal kommt dort etwas Strömung auf, bei uns war es, trotz der Wellen über Wasser, ruhig.

Der erste Tauchgang erfolgte von der Boje 1 direkt zum Bug der Vandi und führte mich und meinen Guide hinunter an die Seite des Rumpfes, durch ein Loch in den Rumpf und auf der anderen Seite wieder nach oben. An und durch den Brücken-Aufbau und zur Radar-Antenne. Leider sind die Antennen, die es mit auf den Boden geschafft haben, mittlerweile alle abgebrochen und liegen als Trümmer auf dem Deck oder neben dem Schiff. Im Netz findet man noch Bilder wie Taucher durch und in den riesigen Salatschüsseln schwimmen.

Der zweite Tauchgang führte uns Seil 3 hinab. Wir orientierten uns sofort auf den hinteren Teil des Schiffes vorbei an den Aufbauten der Radar Antennen und zum hinteren Aufbau des Schiffes. Leider kamen wir wegen der Luft und der Nullzeit nicht ganz bis ans Heck. Die Vendi bietet genug Stoff für mindestens vier Tauchgänge. Wobei ich mir auch vorstellen kann, dass es immer neue Ecken zu entdecken gibt.

Das Schiff ist 10 Jahre nach seiner Versenkung schon recht schön bewachsen – in weiteren 10 Jahren wird es sicherlich wunderschön sein! Wir begegneten einigen Barracudas, speziell am Bug und an der Brücke des Schiffes und einigen Muränen und ganz ganz viel sonstigem Fisch.

Alles in Allem ist ein Tauch-Ausflug zur Vandenberg ein Muss für jeden Tauch-Enthusiasten! Die Captain’s Corner Tauchbasis kann ich dabei uneingeschränkt empfehlen. Sie fahren jeden Morgen das Wrack und jeden Mittag ein Riff in der Gegend an. Je nach Wetter und Strömung aber auch mal andere Spots in der Gegend. Der Tauchgang erfordert mindestens AOWD wegen der Tiefe – aber auch sonst würde ich eine gewisse Routine beim Tauchen empfehlen.

Hier einige Impressionen der zwei Tauchgänge:


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