Curaçao

Unser Winterurlaub 2018 führte uns diesmal nicht in den Osten, sondern in den Westen! Wir haben uns als Ziel für die Südkaribik, genauer gesagt für die ABC Inseln der Niederländischen Antillen entschieden: Curaçao und Bonaire! Da sich die beiden Inseln trotz ihrer Nähe und Verwandtschaft stark unterscheiden, behandele ich sie jedoch in zwei unterschiedlichen Blogeinträgen.

Die ABC Inseln liegen nur gut 60km vor der Küste von Venezuela in der Süd Karibik. Dies hat gleichzeitig den Vorteil, dass sie von Hurricanes verschont bleiben. Trotz des immer noch im Gebrauch befindlichen Begriffs der Niederländischen Antillen, haben die drei Inseln unterschiedliche Verknüpfungen zu den Niederlanden. Ab dem zweiten Weltkrieg waren die drei Inseln eigenständige Staaten innerhalb des Königreichs der Niederlande. 1985 schied Aruba bereits aus diesem Verband aus. Mittlerweile sind Curaçao und Aruba vollständig eigenständige und souveräne Staaten, lediglich Bonaire verblieb als „Besondere Gemeinde“ noch mit den Niederlanden verbunden.

Aber zuerst einmal die „Hausmeisterei“: Wie war die Anreise, wo waren wir untergebracht und wie war der erste Eindruck?

Anreise

Es gibt kaum Direktflüge aus Deutschland. Die meisten, und auch flexibelsten Verbindungen fliegt KLM über Amsterdam. Also flogen wir von Frankfurt aus über Amsterdam direkt weiter nach Curaçao. Soweit verlief die Anreise problemlos und die rund 10 Stunden Langstreckenflug gingen schnell vorbei. Hierbei sollte man jedoch die Flugroute hervor heben, denn diese ist etwas Besonderes: KLM fliegt direkt nach Curaçao, tankt dort nicht auf sondern lädt nur neue Passagiere ein und „hüpft“ mit einem Langstreckenflieger in einem ultra kurzen 15 Minuten Flug rüber nach Bonaire. Dort wird aufgetankt, ebenfalls neue Passagiere eingeladen und es geht weiter zurück nach Amsterdam. Von daher macht die Reihenfolge Curaçao und dann Bonaire durchaus sinn, außer man mag es, gut zwei Stunden auf Bonaire im Flugzeug zu warten.

Die Unterkunft

Curaçao ist eine durchaus teure Insel. Dies schlägt sich auch in den Preisen für die Unterkunft nieder. Es gibt günstige, sehr einfache Unterkünfte, und sehr sehr Teure. Unter Anderem weil wir zu dritt, mit unserer mittlerweile drei Jahre alten Tochter reisen, brauchen wir etwas „drumherum“ statt nur einer Tauchbasis. Wir entschieden uns für das Hilton Curaçao. Denn: „Mit Hilton macht man nie etwas falsch“ … dachten wir. Auf den ersten Blick sah es gut aus: Schöne Zimmer, einen Strand und Pool, nicht all zu weit von Willemstad entfernt und eine Tauchbasis direkt im Hotel.

Das Ergebnis war jedoch ein ganz anderes. Einziger Lichtblick blieb die Tauchbasis. Caribbean Sea Sports ist uneingeschränkt empfehlenswert. Wir durften ein sehr nettes Personal, ein gutes Boot und entspannte Tauchgänge erleben. Das Hilton an sich jedoch war das genaue Gegenteil. Auch hier war der schönste Teil noch der Sandstrand. Aus dem ersten Zimmer liefen wir rückwärts wieder hinaus. Schimmel an den Türen und im Bad. Es roch furchtbar. Das zweite Zimmer war besser – aber noch immer weit von Perfekt. Auch hier fanden wir abgenutzte Möbel, Schimmel und Rost. Die Teppiche auf den Fluren voller Flecken. Alles in Allem ein sehr heruntergekommener Eindruck.

Anscheinend hat das Hotel auch renovierte Zimmer – die sie natürlich in allen Prospekten und bei Reiseleitern zur Verfügung stellt. Das Gros der Zimmer sah jedoch so aus wie unseres, denn auch andere Gäste die wir trafen hatten teilweise Zimmer gewechselt und/oder waren unzufrieden.

Das Personal war, wenn es aufmerksam war, recht bemüht. Jedoch muss man schon längere Zeit auf sich aufmerksam machen bis beispielsweise beim Frühstück jemand auf einen aufmerksam wird. Die Restaurants im Hotel sind teuer und unterirdisch. Eine 1,5 Liter Flasche Wasser kostete 10US$!

Sinnbildlich für das Hotel war jedoch die Strandbar. Auf allen Prospekten wird diese mit als eine der ersten Bilder abgebildet. Diese Bar wurde jedoch die ersten Tage unseres Aufenthalts renoviert. Soweit nicht weiter schlimm. Als sich jedoch die Renovierung dem ende neigte freuten wir uns schon darauf dort einen Cocktail zu genießen. Jedoch weit gefehlt: Die Bar wurde mit neuen Geräten bestückt, eingerichtet und geschmückt, ehe am nächsten Tag ein Filmteam anrückte um ein Werbevideo zu drehen. Nach dem Tag, an welchem der Strand auch nur bedingt nutzbar war, wurden die Elektrogeräte aus der Bar abgebaut, die Dekoration entfernt und die Bar war weiterhin geschlossen.

Mittlerweile ist zu lesen, dass das Hotel in diesem Jahr für 15 Millionen Dollar renoviert werden soll und danach in „Dreams Curacao Resort, Spa & Casino“ umbenannt werden soll. Ob der Betrag ausreicht, bleibt dahin gestellt.

Die Unterwasserwelt

Curaçao wartet mit türkisfarbenem Wasser, angenehmen Wassertemperaturen und einer tollen Unterwasserwelt auf. Die Tauchplätze befinden sich entlang der Südküste der Insel und entlang der Küste. Trotzdem wurde für die Fahrt dahin, in unserem Fall, immer das Boot verwendet.

Bildquelle: http://villagentil.com/scuba-diving/

Die von uns getauchten Plätze waren alle auch für Anfänger geeignet. Weder Strömung noch war es sehr tief. Die maximale Tiefe unserer Tauchgänge war 25m. Ausserdem war das Wasser mit 28°C im Oktober warm wie in einer Badewanne. Man kann allerdings sehen, dass auf Curaçao weniger für den Schutz der Riffe getan wird als auf Bonaire (mehr dazu in Kürze). Ausserdem herrscht dort, wie fast überall in der Karibik eine Feuerfisch-Plage. So schlimm, dass bei jedem Tauchgang immer jemand mit Speer und Köcher dabei war um die gesichteten Exemplare zu töten.

Am besten hat uns der Tauchplatz „Tugboat“ gefallen. Das nicht sehr tief gelegene Riff ist sehr bunt und voller Fisch. Zur Belohnung gibt es am Ende noch einen gesunkenen Schlepper im Flachwasser der sehr schön bewachsen und von tausenden Fischen umspielt wird. Der Tauchplatz ist auch gut vom Strand aus erreichbar und eignet sich auch gut zum Schnorcheln! Aber auch die anderen Tauchplätze wie „Directors Bay“ (neben Tug Boat), „Blue Bay Wall“ oder „Off the Road“ waren recht schön.

Neben „Tug Boat“ liegt das Öl-Bohr-Schiff A8XM4 Noble Bully I. Seit anfang 2017 liegt das 2011 gebaute Schiff, welches 2013 noch den Preis des „Global Floating Rig of the Year“ gewonnen hat, dort „Cold Stacked“ vor Anker. Wir unternahmen leider keinen Tauchgang unter das Schiff. Aber wir hörten es wäre ein toller Tauchgang. Rund um die Propeller, dem Bohrgestänge, im Schatten des Rumpfes und Anlegepunkte sammeln sich viele Fische und andere Lebewesen.

Drohne Fliegen auf Curaçao

Drohne fliegen in Curaçao war nicht so einfach wie zunächst gedacht. Zwar sind die Drohnen-Regeln einigermaßen die selben wie hier in Deutschland (nur auf Sicht fliegen, maximale Höhe 120m, keine nächtlichen Flüge, nicht über Straßen oder Personen…), jedoch bedarf das Fliegen eine Anmeldung.

Hierzu war ich mit Michael.llanes@gobiernu.cw und BTP-import-equipment@burtel.cw in Kontakt und habe dieses Dokument ausgefüllt. Ersterer ist für die Genehmigung zuständig, letztere Adresse stellt ein Formular aus, damit es bei der Einreise am Zoll keinerlei Probleme gibt. Hier dazu die Korrespondenz mit Michael Ilanes:

Thanks for your email inquiry. Indeed I can inform you that drone flight operations are allowed here on the island, i.a.w. the drone operating rules and of course outside of the no-fly-zones.
We have established a system based on an agreement between the Minister of Traffic, Transport and Urban Planning, the Curacao Civil Aviation Authority (CCAA), the Telecommunications Bureau (BTP) and the Customs Service, whereby drone owners/operators are required to handle with the BTP and the CCAA for the registration of the drone. Afterward the owner/operator of the drone can collect the drone again at the Customs office at the airport.

The BTP is of course interested in the radio frequencies used by the drone and its controller as well as the camera and its controller. The registration at the CCAA was put in place actually as a means for the CCAA to reach out to the drone flying public to inform them on the rules and requirements for Curacao regarding drone flight operations.
As the whole island falls within the Control Zone of the Airport, all flying machines (including drones) are supposed to be under the control of the Air Traffic Control Service Provider (DC-ANSP) at the airport. Drone operations are exempted from that requirement, when operated below 400 feet (120 meters). So if you need to fly higher than that, please let me know, so we assess whether it should be arranged with DC-ANSP.
The ‚Drone Registration Form‘ which you found on the internet is ok. I request you to fill it out, sign it and email it back to me. I have attached another document to this email which is a flyer with the operating rules for the drones and the no-fly-zones as well.

Even though I have copied (in this email) my colleagues at the BTP who handles the drone stuff there, I urge you to get in contact with them (via email), and they will issue you the document that you will need to present to the Customs Official. With that document, you can actually go thru the Customs with your drone without any fuss.

Michael.llanes@gobiernu.cw / Oktober 2018

Alles in Allem brauchte die Prozedur vier Tage. Ich würde aber jedem Raten, sich rechtzeitig um die Genehmigung zu kümmern damit es nicht zu einer bösen Überraschung kommt.

Ansonsten kann ich es nur jedem Raten eine fliegende Kamera mit zu nehmen. Es gibt tolle Gelegenheiten und Motive (einige Beispiele in den Fotos oben).

Meine Tipps

  • Kleinere Hotels nutzen. Simpler is better. Auf gar keinen Fall das Hilton! 😉
  • Mietwagen buchen! Wenn möglich während des ganzen Aufenthalts. Die Ziele auf der Insel liegen teilweise weit auseinander.
  • Fahrt in den Norden zu „De Grote Knip„.
  • Besuch von Willemstad mit seiner bekannten Häuserfassade und schwimmenden Brücke.
  • Ein Abendessen bei „De Visserij“ (Geöffnet von Freitag bis Montag)

Fazit

Wir werden so schnell nicht zurück kehren nach Curaçao. Auf den ersten Blick ist es ein Traumziel, jedoch ist es teuer und alles in Allem gibt es wenig zu tun oder zu sehen. Die Unterwasserwelt ist auf Bonaire (siehe Blogartikel) wesentlich schöner. Trotzdem ist es eine Reise und die Erfahrung wert!


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