Gedanken zu meiner Tauchausrüstung

Nicht vor all zu langer Zeit habe ich auch mit dem Tauchen angefangen. Als Anfänger ist man naturgemäß immer auf der Suche nach Ideen für seine Ausrüstung. Eine guter Anhaltspunkt war es immer zu sehen, was Andere verwenden? In meinen verschiedenen Artikeln (Teil 1, Teil 2, Teil 3) habe ich schon einige Male über Teile meiner Ausrüstung geschrieben und begründet warum ich das ein oder andere Stück Equipment gekauft habe. Eine gesamte Auflistung fehlt jedoch und wesentliche Teile blieben bisher unerwähnt. Aus diesem Grund habe ich unten stehende Liste erstellt und die Teile jeweils verlinkt für weitere Informationen. Unter jedem Bereich habe ich in ein paar Worten versucht zu erklären wobei ich beim Kauf der jeweiligen Komponenten geachtet habe – denn die Liste soll keine absolute Kaufempfehlung sein (obwohl ich Komponenten mit denen ich nicht zufrieden wäre, nicht verlinkt hätte) sondern Anhaltspunkte bieten – und da sind die Überlegungen dahinter sicher ein wichtiger Punkt. Denn die Anforderungen, Vorlieben und Schwerpunkte eines jeden unterscheiden sich teilweise deutlich. Auch das habe ich auf meiner Suche gelernt.

Die Basics – ABC Ausrüstung

Die ABC Ausrüstung muss in erster Linie sitzen. Die Brille darf weder zu schmal, noch zu breit für das eigene Gesicht sein und sie muss dicht sitzen. Hierzu Maske aufsetzen, schauen, dass die Nase nicht eingeklemmt wird oder vorne anstößt, die Maske muss schön außen um die Augenhöhlen gehen und darf nicht zwicken und ziepen. Dann durch die Nase Luft einziehen, halten und versuchen die Maske ab zu ziehen. Wenn sie schwer ab zu ziehen ist, passt sie. Zur Maske habe ich dann einfach den passenden Schnorchel gekauft. Flossen hatte ich keine wirkliche Präferenz – da habe ich mich an Empfehlungen gehalten. Wichtig dabei waren die Straps, da das öffnen der Schnallen meist umständlich ist.

Gegen die Kälte – Anzug

Beim Anzug zählt das selbe wie bei der Maske: Er muss passen. Leider habe ich keine ganz einfache Figur: Ich bin zu klein für mein Gewicht ;). Von daher kamen nicht viele Anzüge in Betracht – Aqualung sitzt bei mir einfach gut und war bequem. Ich mag es ausserdem wenn der Anzug etwas flexibler ist. Daher meine Entscheidung für 7 und 3mm Anzug Aqualung samt passendem Shorty für kaltes Baggerseewasser. 7 und 5mm sind meines Erachtens ideal für heimische Seen; 3mm für warmes Urlaubswasser auch. Ich habe mich bewusst gegen einen Shorty für den Urlaub entschieden um Sonnenbränden oder Verletzungen durch Berühren von Korallen unter Wasser zu verhindern.

Handschuhe, Schuhe und Kopfhaube sollten ebenfalls einfach passen – ich muss aber auch sagen, dass mir die Waterproof Sachen auch optisch sehr gut gefallen. Bei der Kopfhaube finde ich das Kopfventil sehr praktisch: Es verhindert, dass sich eine Luftblase am Kopf bildet durch ausgeatmete Luft die sich unter der Haube verfängt.

Gut Luft – Atemregler

Beim Thema Atemregler ist es wirklich schwierig zu sagen wieso ich genau dieses Modell gewählt habe. Ich wollte einen „guten“ Atemregler der auch kaltwassertauglich ist. In der Ausbildung habe ich den XTX100 verwendet und war sehr zufrieden damit. Aus dem Grund habe ich mir, als ein Atemregler angeschafft werden sollte, ohne rechts oder links zu schauen, für den Apeks XTX200 entschieden. Zu einem späteren Zeitpunkt kam dann der Apeks DS-4 als zweite erste Stufe dazu um bei einer Vereisung der XTX200 reagieren zu können. Am DS-4 ist mein Octopus und mein Finimeter angeschlossen, an der ersten Stufe der XTX200 mein Atemregler und der Inflator.

Über Winter habe ich mir zwei Aqualung Flaschen gegönnt. Mehr oder weniger weil sie günstig verfügbar waren. Flaschen verlieren kaum an Wert und daher spielt es, solange die Flaschen noch TÜV haben und stets unter Druck standen, keine große Rolle ob man sie gebraucht oder neu kauft. Ich hatte das Glück zwei identische Flaschen relativ günstig gebraucht bekommen zu haben. Sicherlich tun es hier auch andere Hersteller. Wichtig für mich war das doppelte Ventil für die beiden ersten Stufen. Da ich ein Mensch bin, der auch auf das Optische wert legt, gab es identische Flaschengriffe und schöne gelbe Flaschennetze gegen das Verkratzen dazu. 🙂

Auftrieb – Jacket

Zum Thema Jacket habe ich einiges im Internet gelesen und mir Testberichte durchgelesen. Für die hiesigen Bedingungen wollte ich ein robustes Jacket mit integrierten Bleitaschen und ein wenig Stauraum. Zu dem Zeitpunkt war das Scubapro X-Black in aller Munde, also kaufte ich es mir und bin seitdem damit sehr zufrieden.

Da das X-Black sehr groß und schwer ist, ist es nicht geeignet um es mit zu nehmen in den Urlaub. Bei unserer ersten Bali Reise trafen wir ein Pärchen, mit dem wir mittlerweile sehr gut befreundet sind , die das Zuma tauchen und damit sehr zufrieden waren. Das Zuma ist wirklich extrem leicht, bietet jedoch allen Komfort den man braucht. Es ist ein Wing-Jacket und die Wasserlage und Bewegungsfreiheit die man dadurch hat sind phenomenal. Meine bessere Hälfte taucht das Zuma deswegen sogar auch in Deutschland!

Erinnerungen – Fotos und Licht

Die Geschichte der Fotoapparate ist relativ kurz: Die IC12 habe ich mir kurz vor unserer ersten Tauchreise gekauft um überhaupt unter Wasser fotos machen zu können. Sie war günstig und auf eBay kurzfristig verfügbar. Sie macht „ganz ok’e“ Fotos. Von einer doch recht in die Jahre gekommenen „Knipse“ darf man allerdings nicht zu viel erwarten. Sie ist nicht sehr Lichtempfindlich und der eingebaute Blitz taugt nicht viel; Autofokus braucht sehr lange; Die Auflösung ist recht gering und das Rauschen je nach Licht recht stark; Videos werden nur sehr schlecht aufgezeichnet. Daher steht hier demnächst eine Neuanschaffung an: Eine Sony DSC-RX100 IV.

Die GoPro habe ich aus mehreren Gründen gekauft und nicht nur zum Tauchen. Videos mit der GoPro zu machen bis in Tiefen von ca. 15m macht sehr viel Spass! Die Qualität ist hervorragend. Auch Gegenlicht-Fotos macht sie deutlich besser als die IC12. Wenn es aber darum geht konkret etwas zu fotografieren, speziell bei wenig Licht, versagt die Action Cam.

Die Story beim Licht ist recht schnell erzählt: Ich wollte ein LED Licht kaufen das ECHT Leuchtstark ist, und das ist die ECHTPower! Ausserdem habe ich es nicht einsehen wollen wieso Tauchlampen alle so irrwitzig teuer sind. Um genau zu sein verstehe ich das bis heute nicht. Die ECHTPower ist recht gut, wenn auch etwas ZU hell. Die Riff ist als kleine Backup Lampe ideal. Für einen einstündigen Tauchgang in kälterem Wasser reicht der Akku jedoch nicht, selbst nicht wenn man nicht die ganze Zeit volle Power gibt – als primäre Lampe kann man sie also nicht nehmen, ausser man legt wert darauf im Dunkeln auf zu tauchen. 😉

Sonstiges

Zum Tauchcomputer kann man sicherlich mal einen eigenen Artikel schreiben. Daher möchte ich es hier recht kurz halten: Wichtig waren für mich ein Licht, die Möglichkeit die Batterie selbst zu wechseln, eine Bedienung die auch mit Handschuhen möglich ist, ein großes Display, die Möglichkeit verschiedene Atemgase ein zu stellen und ein nicht all zu überzogener Preis. All das bietet der Mares Nemo Wide und ich bin sehr zufrieden.

An der Boje machen wir mal einen Haken – hier gibt es weder große Vor- oder Nachteile. Es sollte kein Schrott sein den man kauft, aber eine 100€ Boje muss es auch nicht sein. Das Reel jedoch sollte man sich zwei Mal überlegen: Wer möchte schon einen Kabelsalat? Hier zwei Mal schauen.

Messer oder kein Messer? Da kann man sicher geteilter Meinung sein. Meine Meinung ist: Man braucht kein Messer! Auch wenn das Tauchermesser eines der wohl bekanntesten Merkmale eines Tauchers sind. Wer erinnert denn nicht an die Szenen in James Bond Thunderball, wo dutzende Taucher sich mit Messern an die Gurgel gehen. Da ich bezweifle Ernst Stavro Blofeld unter Wasser zu treffen, ich vermutlich auch nicht mit Haien ringen werde, habe ich beschlossen kein Messer zu brauchen. Eine reale Gefahr ist jedoch, sich in Angelschnüren, Leinen oder irgendwelchen Algen zu verfangen. Mir leuchtete ein, dass es sinnvoll ist, hierfür eine Möglichkeit zu haben. Das EEZYCUT Trilobite bietet genau das. Zwei extrem scharfe Klingen durchschneiden alles was maximal Fingerdick ist, ohne dass man sich selbst daran verletzen könnte. Ausserdem ist es sehr kompakt und leicht – stört daher nicht wenn man es immer am Jacket hat.

Fragen und Anregungen wie immer gerne in den Kommentaren oder über die Kontakt-Funktion der Seite.


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