Tauchausrüstung mit integrierten Bleitaschen, Softblei, Hartblei und klassischem Bleigurt am Meer.

Bleisysteme beim Tauchen – Welche Art von Blei passt zu dir?

Über Atemregler, Tauchcomputer und Jackets können Taucher stundenlang diskutieren. Welche Marke ist die beste? Brauche ich ein Wing? Welche Flossen sorgen für die perfekte Wasserlage? Bei einem Ausrüstungsteil geht es dagegen häufig erstaunlich pragmatisch zu: dem Blei. Hauptsache, man hat genug davon dabei und kommt damit unter Wasser.

Dabei verdient gerade das Bleisystem deutlich mehr Aufmerksamkeit. Es beeinflusst, wie bequem wir unsere Ausrüstung tragen, wie gut wir uns unter Wasser bewegen und wie einfach wir unsere Tarierung kontrollieren können. Und im Ernstfall kann die Entscheidung, wo und wie das Blei befestigt ist, ziemlich wichtig werden.

Ich persönlich bevorzuge Softblei in integrierten Bleitaschen. Sowohl beim klassischen Tarierjacket als auch beim Wing. Bleigurte mag ich dagegen überhaupt nicht, und auch mit Fußblei kann ich mich nur in Ausnahmefällen anfreunden. Das ist allerdings keine Frage von richtig oder falsch. Es sind persönliche Vorlieben, für die es nachvollziehbare technische und praktische Gründe gibt.

Schauen wir uns also an, welche Möglichkeiten es gibt, was sie unterscheidet und worauf Anfänger ebenso wie erfahrene Taucher achten sollten.

Warum brauchen wir überhaupt Blei?

Eigentlich ist die Idee ja ein bisschen absurd. Wir schleppen eine Ausrüstung ins Wasser, die uns teilweise nach unten zieht, tragen einen Anzug, der uns wieder nach oben bringt, und packen dann zusätzlich mehrere Kilogramm Blei ein, um das Ganze irgendwie auszubalancieren.

Aber genau darum geht es beim Tauchen: Wir wollen neutral tariert sein. Wir möchten in einer bestimmten Tiefe schweben können, ohne ständig mit den Flossen arbeiten zu müssen. Gleichzeitig müssen wir beim Abtauchen unseren positiven Auftrieb überwinden und am Ende des Tauchgangs auch mit einer weitgehend verbrauchten Atemgasfüllung noch einen Sicherheitsstopp halten können.

Wie viel Blei dafür notwendig ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Unser Körper besitzt einen individuellen Auftrieb. Neoprenanzüge enthalten kleine Gasblasen und können besonders an der Oberfläche erheblichen Auftrieb erzeugen. Trockentauchanzüge verhalten sich abhängig von Material, Unterzieher und enthaltener Gasmenge anders. Hinzu kommen Flaschen, Rückenplatten, Flossen und das übrige Equipment. Manche Komponenten bringen bereits genügend negatives Gewicht mit, sodass wir weniger zusätzliches Blei benötigen.

Auch während des Tauchgangs verändert sich die Situation. Neopren wird mit zunehmender Tiefe komprimiert und verliert Auftrieb. Gleichzeitig wird die Tauchflasche leichter, während wir das Atemgas verbrauchen. Bei einer 12-Liter-Flasche macht der Unterschied zwischen 200 und 50 bar ungefähr zwei Kilogramm aus, abhängig von den realen Gasbedingungen sogar etwas mehr.

Wer sein Blei ausschließlich danach auswählt, dass er am Anfang gut abtauchen kann, hat deshalb noch lange nicht die richtige Bleimenge gefunden. Die entscheidende Frage lautet: Kann ich am Ende des Tauchgangs mit meiner verbleibenden Gasreserve noch sicher meine Tiefe halten?

Und dann gibt es noch einen wichtigen Unterschied, den ich bei diesem Thema immer wieder betonen würde: Tarierung und Trimm sind nicht dasselbe.

Mit der Tarierung kontrollieren wir, ob wir steigen, sinken oder auf einer Tiefe bleiben. Der Trimm beschreibt unsere Körperlage im Wasser. Ein Taucher kann perfekt neutral tariert sein und trotzdem mit deutlich absinkenden Füßen oder einem nach unten geneigten Kopf durchs Wasser schwimmen.

Die gesamte Bleimenge entscheidet wesentlich über die Tarierung. Die Position dieses Bleis beeinflusst dagegen unseren Trimm. Beides muss zusammenpassen.

Hartblei oder Softblei: Was ist besser?

Bevor wir uns Gedanken darüber machen, wo wir unser Blei tragen, lohnt sich ein Blick darauf, in welcher Form es überhaupt erhältlich ist. Denn hier gibt es bereits zwei grundlegend unterschiedliche Ansätze.

Hartblei: Bewährt, robust und unkompliziert

Hartblei ist die klassische Variante. Massive Bleigewichte werden in unterschiedlichen Größen angeboten, häufig mit Aussparungen, durch die ein Bleigurt gefädelt werden kann. Manche Gewichte bestehen aus blankem Blei, andere besitzen eine Kunststoffbeschichtung.

Der größte Vorteil ist ihre Einfachheit. Ein massiver Bleiblock hat keine Nähte, keinen Reißverschluss und keine Stoffhülle, die beschädigt werden könnte. Mit ein wenig Sorgfalt hält er praktisch unbegrenzt. Außerdem ist Hartblei kompakt. Wo der Platz knapp ist, beispielsweise in bestimmten Bleitaschen oder zwischen Ausrüstungskomponenten, kann das durchaus ein Argument sein.

Seine starre Form ist gleichzeitig der größte Nachteil. Besonders an einem klassischen Bleigurt können harte Gewichte unangenehm gegen Hüfte oder Rücken drücken. Sie passen sich nicht der Körperform an und können beim An- und Ablegen der Ausrüstung gegen andere Komponenten schlagen. Auf harten Oberflächen sollte man sie ohnehin nicht fallen lassen.

Das bedeutet nicht, dass Hartblei grundsätzlich unbequem ist. Wenn die Gewichte in passenden Taschen verstaut sind und keinen direkten Druck auf den Körper ausüben, kann man damit genauso komfortabel tauchen. Für manche speziellen Konfigurationen ist die feste Form sogar ausdrücklich gewünscht.

Softblei: Mein persönlicher Favorit

Softblei besteht aus kleinen Bleikügelchen oder Bleischrot, das in einer flexiblen Hülle eingeschlossen ist. Statt eines massiven Blocks erhält man ein biegsames Gewichtspäckchen, das sich seiner Umgebung anpassen kann.

Und genau das ist der Grund, weshalb ich Softblei bevorzuge.

Gerade in integrierten Bleitaschen eines Jackets ist es angenehm, wenn sich das Gewicht an die Form der Tasche anpasst. Statt eines starren Blocks liegt das Gewicht flächiger an. Je nach Konstruktion lassen sich die Taschen dadurch leichter befüllen und angenehmer tragen. Es gibt weniger harte Kanten und weniger punktuellen Druck.

Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit. Aber wer mit kompletter Ausrüstung einen längeren Weg zum Einstieg zurücklegt, auf einem Boot wartet oder sich beim Anlegen der Ausrüstung ständig verdrehen muss, weiß, dass solche Kleinigkeiten durchaus einen Unterschied machen können.

Ich mag außerdem, dass Softblei in vielen Taschen gut sitzt und beim Hantieren mit der Ausrüstung weniger hart gegen andere Komponenten schlägt. Es ist für mich schlicht die angenehmere Lösung.

Allerdings sollte man nicht den Fehler machen, Softblei automatisch für technisch überlegen zu halten. Ein Kilogramm Softblei erzeugt praktisch dieselbe Ballastwirkung wie ein Kilogramm Hartblei. Die bessere Anpassungsfähigkeit sorgt nicht von selbst für eine bessere Tarierung. Entscheidend bleibt, wo das Gewicht sitzt und ob es dort zuverlässig gehalten wird.

Außerdem hat Softblei einen Nachteil, den man ernst nehmen sollte: die Verpackung. Nähte können verschleißen, Stoff kann beschädigt werden und im schlechtesten Fall gelangen Bleikügelchen ins Wasser. Auch sind nicht alle Produkte gleich sorgfältig verarbeitet. Ich würde deshalb lieber hochwertiges Softblei kaufen und die Taschen regelmäßig kontrollieren, als am falschen Ende zu sparen.

Blei ist schließlich ein giftiges Schwermetall, ganz unabhängig davon, ob es sich um massive Blöcke oder kleine Kugeln handelt. Eine Stoffhülle macht es nicht automatisch umweltfreundlich. Unbeschichtete Gewichte können oxidieren, und beschädigte Softbleitaschen können Bleipartikel freisetzen. Die University of Washington beschreibt die gesundheitlichen Risiken beim Umgang mit Tauchblei in einem eigenen Sicherheitsmerkblatt.

Für mich bleibt Softblei trotzdem die erste Wahl, solange die Taschen dafür ausgelegt sind, die Gewichte intakt sind und alles sicher befestigt werden kann.

Integrierte Bleisysteme: Warum ich sie dem Bleigurt vorziehe

Nun kommen wir zu dem Teil, der für mich noch wichtiger ist als die Frage nach Hart- oder Softblei: Wie befestigen wir die Gewichte eigentlich an unserer Ausrüstung?

Meine bevorzugte Lösung ist ein System mit integrierten, abwerfbaren Bleitaschen. Bei vielen klassischen Tarierjackets gehört das mittlerweile zur Ausstattung. Auch für zahlreiche Wing- und Backplate-Systeme gibt es passende integrierte oder nachrüstbare Lösungen.

Die Idee ist einfach: Statt einen zusätzlichen Gurt um die Taille zu tragen, wird das Blei in dafür vorgesehene Taschen am Jacket oder am Harness gesteckt. Häufig befinden sich diese links und rechts im Hüftbereich. Die Taschen werden mit einem herstellerspezifischen Mechanismus gesichert und lassen sich im Notfall gezielt lösen.

Für mich hat das mehrere ganz praktische Vorteile. Ich muss keinen zusätzlichen Bleigurt anlegen, nichts unter dem Jacket zurechtrücken und mich nicht darum kümmern, ob ein separater Gurt gerade auf der richtigen Höhe sitzt. Das Gewicht gehört zur Ausrüstung und ist dort untergebracht, wo ich es haben möchte.

Besonders angenehm finde ich die Möglichkeit, das Gewicht auf beide Körperseiten zu verteilen. Natürlich funktioniert das auch mit einem gut konfigurierten Bleigurt. Integrierte Systeme machen diese Aufteilung für mich aber einfacher und reproduzierbarer. Ich weiß, wo meine Gewichte sitzen, und kann sie beim nächsten Tauchgang wieder an derselben Stelle unterbringen.

Hinzu kommt die Möglichkeit, die Bleitaschen getrennt vom eigentlichen Jacket zu transportieren oder erst unmittelbar vor dem Einstieg einzusetzen. Gerade an Bord eines Bootes oder beim Umgang mit schwerer Ausrüstung ist das praktisch. Das komplette Jacket muss nicht ständig mitsamt mehreren zusätzlichen Kilogramm angehoben werden. Voraussetzung ist natürlich, dass die Taschen anschließend korrekt eingesetzt und verriegelt werden.

Integriertes Blei ist nicht automatisch sicherer

So sehr ich diese Systeme mag, einen wichtigen Nachteil sollte man nicht verschweigen: Sie sind technisch aufwendiger als ein einfacher Bleigurt. Statt einer einzigen Gurtschnalle gibt es möglicherweise zwei separate Auslösemechanismen, verschiedene Sicherungen oder Taschen, die nur in einer bestimmten Richtung herausgezogen werden können.

Einige Systeme geben beim vollständigen Lösen der Sicherung die Tasche frei, andere benötigen eine zusätzliche Zugbewegung. Die Unterschiede sind nicht nur theoretisch. In einer echten Notsituation muss der Ablauf auch mit dicken Handschuhen und unter Stress funktionieren.

Deshalb würde ich beim Kauf weniger darauf achten, welcher Hersteller den cleversten Verschluss bewirbt. Mir ist wichtiger, dass ich ihn zuverlässig bedienen kann, die Tasche fest sitzt und ein unbeabsichtigtes Lösen möglichst ausgeschlossen ist.

Und mein Tauchpartner muss wissen, wie das System funktioniert. Das gilt übrigens in beide Richtungen. Wenn ich jemandem im Notfall helfen muss, möchte ich nicht erst herausfinden müssen, welches der vielen Bänder an seinem Jacket nun die Bleitasche freigibt.

Das Divers Alert Network (DAN) empfiehlt ausdrücklich, beim Buddy-Check die Position und Funktionsweise des jeweiligen Bleisystems zu besprechen. Besonders bei integrierten Systemen ist das eine sinnvolle Angewohnheit.

Der klassische Bleigurt: Funktioniert, aber ich mag ihn nicht

Der Bleigurt hat eine lange Geschichte im Tauchsport. Die Konstruktion ist bemerkenswert simpel: ein stabiler Gurt, einige Bleigewichte und eine Schnellverschlussschnalle. Fertig.

Und man muss ihm zugestehen, dass diese Einfachheit viele Vorteile hat. Bleigurte sind vergleichsweise günstig, weit verbreitet und unkompliziert an unterschiedliche Ausrüstungskonfigurationen anzupassen. Außerdem lässt sich ein korrekt angelegter Gurt im Notfall mit einem klar definierten Handgriff öffnen und abwerfen.

Gerade bei Leihausrüstung oder wenn man mit unterschiedlichen Jackets taucht, kann ein eigener Bleigurt deshalb sinnvoll sein. Es gibt auch komfortablere Varianten mit Taschen für Softblei oder elastische Systeme, die sich besser an einen sich unter Wasserdruck verändernden Neoprenanzug anpassen.

Trotzdem bin ich kein Fan.

Was mich am klassischen Gurt stört, ist vor allem seine Position am Körper. Er liegt um die Hüfte, kann drücken und muss so sitzen, dass er auch beim Tauchen an Ort und Stelle bleibt. Gerade wenn sich ein dicker Neoprenanzug in der Tiefe komprimiert, verändert sich der Umfang, auf dem der Gurt ursprünglich festgezogen wurde. Ein schlecht sitzender Gurt kann dann verrutschen.

Außerdem entsteht eine weitere Schicht Ausrüstung um die Taille. Dort befinden sich möglicherweise bereits der Bauchgurt des Jackets, Taschen, Befestigungen und beim Wing zusätzlich der Schrittgurt. Das lässt sich alles ordentlich konfigurieren, verlangt aber etwas Aufmerksamkeit. Insbesondere muss sichergestellt sein, dass ein abzuwerfender Bleigurt nicht durch andere Gurte oder Ausrüstungsteile blockiert wird.

Ein weiterer Punkt ist die mögliche Gewichtsverteilung. Wer einen größeren Teil seines Bleis auf einem einzigen Gurt trägt, verliert beim unbeabsichtigten Öffnen möglicherweise sehr viel Gewicht auf einmal. Das kann unter Wasser zu einem unkontrollierten Aufstieg führen. DAN dokumentiert beispielsweise einen entsprechenden Zwischenfall mit einem verlorenen Bleigurt.

All das macht den Bleigurt nicht zu einem schlechten oder grundsätzlich unsicheren System. Es bedeutet nur, dass seine Vorteile für mich die Nachteile nicht aufwiegen. Warum sollte ich mir einen zusätzlichen Gurt um den Körper legen, wenn ich meine Gewichte komfortabel und sicher in dafür vorgesehenen Taschen am Jacket unterbringen kann?

Für andere Taucher kann die Antwort völlig anders ausfallen. Wer regelmäßig die Ausrüstung wechselt, ein einfaches System bevorzugt oder sein Gewicht bewusst unabhängig vom Jacket tragen möchte, hat gute Gründe für einen Bleigurt.

Trimmblei: Kleine Gewichte, die viel verändern können

Bis hierhin haben wir hauptsächlich darüber gesprochen, wie wir die notwendige Menge Blei unterbringen. Aber manchmal stimmt die Menge bereits, und trotzdem fühlt sich die Wasserlage nicht richtig an.

Vielleicht sinken die Beine ständig nach unten. Vielleicht muss man die Knie ungewöhnlich stark anziehen, um einigermaßen waagerecht zu bleiben. Oder man kippt beim entspannten Schweben immer wieder mit dem Oberkörper nach vorne.

Genau hier kommt Trimmblei ins Spiel.

Viele Jackets besitzen zusätzliche kleinere Bleitaschen im Rückenbereich, häufig in der Nähe der Flaschenbefestigung. Für Wings gibt es ebenfalls separate Trimmtaschen, die beispielsweise am Flaschengurt oder am Harness befestigt werden können.

Damit lässt sich das vorhandene Gewicht gezielt verlagern. Wenn die Füße zu tief hängen, kann es helfen, etwas Gewicht weiter nach oben in Richtung Schultern zu positionieren. Steigen dagegen die Füße und sinkt der Kopf, kann eine Verlagerung von Gewicht in Richtung Hüfte sinnvoll sein. Auch die Position der Flasche und der Auftrieb der Flossen beeinflussen die Wasserlage.

Wichtig ist dabei ein kleiner, aber entscheidender Gedanke: Trimmblei sollte möglichst vorhandenes Gewicht verlagern und nicht einfach zusätzliches Gewicht bedeuten.

Wenn meine Gesamtbleimenge bereits stimmt, verbessere ich meinen Trimm nicht dadurch, dass ich wahllos zwei Kilogramm mehr einpacke. Ich verschiebe zunächst einen Teil des vorhandenen Ballasts dorthin, wo er den gewünschten Effekt erzielt.

Bei Trimmtaschen gibt es allerdings eine sicherheitsrelevante Besonderheit. Viele dieser Taschen sind nicht für einen schnellen Notabwurf vorgesehen. Sie werden fest verschlossen oder befinden sich an Positionen, die man unter Wasser kaum erreichen kann. Dieses Gewicht muss deshalb bei der Planung des gesamten Bleisystems als nicht abwerfbarer Ballast berücksichtigt werden.

V-Blei und P-Blei: Spezielle Lösungen für Backplate und Doppelgerät

Wer sich intensiver mit Wing-Systemen und dem technischen Tauchen beschäftigt, stößt früher oder später auf die Begriffe V-Blei und P-Blei. Beide Systeme verfolgen die Idee, Gewicht möglichst kompakt und körpernah in einer festen Position unterzubringen. Sie sind allerdings nicht einfach zwei andere Namen für integrierte Bleitaschen.

V-Blei: Zwischen den Flaschen

V-Blei, häufig auch V-Weight genannt, besitzt einen V-förmigen Querschnitt und wird typischerweise bei Doppelgeräten eingesetzt. Es sitzt in der Vertiefung zwischen den beiden Tauchflaschen, auf der Seite der Backplate beziehungsweise des Wings.

Das hat einige Vorteile. Das Gewicht befindet sich nahe an der Körpermitte, stört nicht an der Hüfte und nimmt keinen zusätzlichen Platz in den seitlichen Bleitaschen ein. Außerdem lässt sich bei geeigneter Befestigung eine sehr reproduzierbare Gewichtsverteilung erreichen.

Allerdings ist V-Blei normalerweise nicht dafür gedacht, während des Tauchgangs abgeworfen zu werden. Es ist ein fester Bestandteil der Konfiguration. Deshalb muss die gesamte Ausrüstung so geplant werden, dass das zusätzliche nicht abwerfbare Gewicht auch unter ungünstigen Bedingungen beherrscht werden kann.

P-Blei: Gewicht in der Rückenplatte

P-Blei, auch P-Weight genannt, ist eine weitere Lösung für Backplate-Systeme. Es wird üblicherweise in der mittleren Vertiefung beziehungsweise dem Falz der Rückenplatte befestigt.

Dadurch liegt das Gewicht sehr nah am Körper. Es benötigt keinen eigenen Hüftgurt und kann helfen, den Schwerpunkt der gesamten Konfiguration gezielt zu beeinflussen. Die mögliche Gewichtsmenge ist allerdings durch die Abmessungen der Rückenplatte und des jeweiligen Systems begrenzt.

Auch hier handelt es sich normalerweise um fest montiertes, nicht schnell abwerfbares Gewicht. Für entsprechend geplante technische Konfigurationen kann das sinnvoll sein. Für einen normalen Sporttaucher, der lediglich ein paar Kilogramm Blei benötigt, wäre es aus meiner Sicht aber unnötig kompliziert, deswegen auf ein einfaches integriertes System zu verzichten.

Wichtig ist außerdem: V-Blei und P-Blei garantieren keine perfekte Wasserlage. Ihre Wirkung hängt davon ab, wie die gesamte Ausrüstung aufgebaut ist. Wer mit einem Doppelgerät taucht, muss das Zusammenspiel von Flaschen, Rückenplatte, Anzug, Auftriebskörper und Gewichten betrachten.

Eine anschauliche technische Beschreibung der beiden Systeme bietet der Artikel Gewichtssystem auf dekostop.ch.

Fußblei: Warum ich davon möglichst die Finger lasse

Fußblei gehört für mich zu den interessantesten, aber auch fragwürdigsten Lösungen beim Tauchen. Nicht weil es grundsätzlich nutzlos wäre, sondern weil es manchmal ein Problem behandelt, dessen Ursache eigentlich an einer ganz anderen Stelle liegt.

Die Idee dahinter ist leicht nachvollziehbar. Besonders beim Tauchen mit einem Trockentauchanzug kann sich Gas im Beinbereich sammeln. Dazu kommt der Auftrieb der Anzugfüßlinge und gegebenenfalls der Flossen. Wenn die Beine dadurch zu stark nach oben gezogen werden, können kleine Gewichte an den Fußgelenken helfen, diesen Effekt auszugleichen.

Nur wäre meine erste Reaktion auf solche Probleme nicht, sofort Gewichte an die Füße zu hängen.

Ich würde zunächst prüfen, warum die Beine überhaupt so stark aufsteigen. Ist zu viel Gas im Trockentauchanzug? Passt der Anzug richtig? Sind die Flossen sehr auftriebsstark? Befinden sich die übrigen Gewichte zu weit oben? Lässt sich die Wasserlage durch eine veränderte Flaschenposition oder eine andere Verteilung des vorhandenen Bleis verbessern?

Erst wenn diese Punkte geklärt sind, würde ich Fußblei überhaupt in Betracht ziehen.

Der Grund ist nicht allein der zusätzliche Ballast. Fußblei sitzt vergleichsweise weit vom Körperschwerpunkt entfernt. Schon eine kleine Masse kann dadurch die Rotationsbalance deutlich verändern. Gleichzeitig erhöhen Gewichte im Bereich der Beine deren Trägheit. Das kann beim Flossenschlag unangenehm sein und zusätzliche Muskelarbeit verursachen.

Hinzu kommt, dass Fußblei im Notfall weniger leicht zugänglich sein kann als andere abwerfbare Gewichtssysteme. Besonders mit einem Trockentauchanzug, dicken Handschuhen oder in einer ungünstigen Körperposition ist das keine Kleinigkeit.

Versteht mich nicht falsch: Es gibt durchaus Taucher und Ausrüstungskombinationen, bei denen etwas Fußblei eine nachvollziehbare Lösung sein kann. Ich würde aber immer zuerst versuchen, die Ursache des schlechten Trimms zu beseitigen, bevor ich zusätzliches Gewicht an einer so weit außen liegenden Stelle befestige.

Eine ähnliche Einschätzung findet sich in einem Beitrag des British Sub-Aqua Club (BSAC) über die Feinabstimmung der Tarierung. Dort wird ausdrücklich empfohlen, bei Problemen mit der Wasserlage zunächst die bestehende Ausrüstungskonfiguration zu überprüfen, statt unmittelbar zu Fußblei zu greifen.

Wie viel Blei brauche ich wirklich?

Eine der häufigsten Fragen, gerade von Tauchern mit noch wenig Erfahrung, ist die nach der richtigen Bleimenge. Und leider gibt es darauf keine Antwort, die für alle funktioniert.

Man findet immer wieder Faustformeln, beispielsweise zehn Prozent des eigenen Körpergewichts für einen Taucher im Neoprenanzug. Das kann unter bestimmten Bedingungen ein brauchbarer Ausgangswert sein. Mehr aber auch nicht.

Jemand mit einem dünnen 3-mm-Anzug im Roten Meer wird unter Umständen erheblich weniger Blei benötigen als dieselbe Person in einem dicken Kaltwasseranzug. Eine schwere Stahlflasche verändert die Rechnung ebenso wie eine leichtere Aluminiumflasche, eine Stahl-Backplate oder besonders auftriebsstarke Flossen.

Auch der Wechsel zwischen Süß- und Salzwasser macht einen Unterschied. Salzwasser ist dichter und erzeugt bei gleichem verdrängten Volumen mehr Auftrieb. Deshalb benötigen Taucher im Meer normalerweise zusätzliches Gewicht. Häufig bewegt sich die Anpassung bei einer typischen Sporttauchkonfiguration im Bereich einiger Kilogramm, sie hängt aber vom gesamten verdrängten Volumen ab.

Die zuverlässigste Lösung bleibt deshalb ein richtiger Bleicheck.

Der Bleicheck am Anfang des Tauchgangs

Mit kompletter Ausrüstung, vollständig entlüftetem Jacket und normaler Atmung sollte man an der Wasseroberfläche ungefähr auf Augenhöhe schweben, wenn man normal eingeatmet hat. Beim Ausatmen sollte man langsam zu sinken beginnen.

Sinkt man schon mit gefüllter Lunge deutlich ab, kann das auf zu viel Blei hindeuten. Bleibt man dagegen auch nach dem Ausatmen weit oben, könnte Gewicht fehlen oder sich noch Luft im Jacket befinden.

Allerdings hat dieser Test eine wichtige Einschränkung: Meistens ist die Tauchflasche am Anfang noch nahezu voll. Während des Tauchgangs wird sie durch den Gasverbrauch leichter. Bei einer 12-Liter-Flasche, deren Druck von 200 auf 50 bar sinkt, beträgt die Differenz der Gasmasse ungefähr 2,3 kg. Das zeigt, warum ein erfolgreiches Abtauchen allein noch kein ausreichender Nachweis für die richtige Bleimenge ist.

Der entscheidende Test findet am Ende statt

Besonders aussagekräftig ist die Kontrolle gegen Ende des Tauchgangs, wenn die Flasche entsprechend der Tauchgangsplanung bereits weitgehend verbraucht ist und sich noch die vorgesehene Gasreserve darin befindet.

In einem geeigneten, sicheren Bereich sollte es möglich sein, einen flachen Stopp in etwa drei bis fünf Metern Tiefe ohne ständigen Flossenschlag und ohne übermäßig viel Gas im Jacket zu halten. Bei einem Trockentauchanzug muss dabei selbstverständlich ausreichend Gas vorhanden sein, um unangenehmen Anzugdruck zu vermeiden. Es geht nicht darum, den Anzug vollständig zu entlüften.

Kann ich meine Tiefe nur halten, indem ich ständig nach unten schwimme oder mich irgendwo festhalte, stimmt wahrscheinlich etwas an meiner Bleimenge oder Tarierung nicht. Benötige ich dagegen selbst gegen Ende des Tauchgangs noch ungewöhnlich viel Gas im Jacket, ist das ein Hinweis darauf, dass ich möglicherweise mehr Gewicht als notwendig mitführe.

Solche Tests sollten unter kontrollierten Bedingungen, passend zum Ausbildungsstand und mit einem geeigneten Tauchpartner oder Ausbilder erfolgen. Die geplante Gasreserve ist dabei keine Einladung, die Flasche für einen Test möglichst leer zu atmen.

DAN beschreibt sowohl den Oberflächen-Bleicheck als auch die Bedeutung eines Tests gegen Ende des Tauchgangs im Artikel Weight Up!. Auch der BSAC Safe Diving Guide betont, dass Taucher ihren Sicherheitsstopp mit nahezu verbrauchter Flaschenfüllung zuverlässig halten können sollten.

Nicht nur die Bleimenge zählt: So verbessere ich meinen Trimm

Wenn die Bleimenge stimmt, würde ich als Nächstes an der Wasserlage arbeiten. Denn ein gut getrimmter Taucher bewegt sich nicht nur angenehmer, sondern hat bei gleicher Geschwindigkeit in der Regel auch einen geringeren Wasserwiderstand.

Der erste Schritt ist überraschend einfach: In einer geeigneten Tiefe neutral tarieren, eine möglichst entspannte horizontale Position einnehmen und die Flossenbewegungen kurz einstellen. Idealerweise beobachtet ein Tauchpartner die Körperlage von der Seite oder nimmt ein kurzes Video auf.

Sinken die Füße nach unten, kann das bedeuten, dass der Schwerpunkt der Ausrüstung zu weit in Richtung Beine liegt. Dann würde ich prüfen, ob sich vorhandenes Gewicht weiter in Richtung Oberkörper verlagern lässt. Auch die Flaschenposition oder sehr schwere Flossen können eine Rolle spielen.

Steigen dagegen die Füße und sinkt der Kopf, lohnt sich die umgekehrte Überlegung. Vielleicht befinden sich zu viele Gewichte hoch am Rücken. Vielleicht ist die Flasche ungünstig positioniert. Oder der Trockentauchanzug enthält im Beinbereich zu viel Gas. Auch hier würde ich zuerst die vorhandene Konfiguration untersuchen, statt einfach zusätzliches Blei einzusetzen.

Eine Gewichtsverlagerung um wenige Zentimeter kann bereits eine spürbare Veränderung bewirken. Deshalb würde ich immer nur eine Anpassung nach der anderen vornehmen. Sonst weiß man hinterher nicht mehr, welche Veränderung tatsächlich geholfen hat.

Und noch etwas: Nicht jedes Problem mit der Wasserlage ist ein Bleiproblem. Körperhaltung, Flossentechnik, Anzug, Flaschenposition und die Größe beziehungsweise Position der Auftriebsblase spielen ebenfalls eine Rolle. Eine gute Konfiguration hilft, ersetzt aber keine saubere Tauchtechnik.

Ein wichtiger Sicherheitsaspekt: Abwerfbares und festes Blei

Bei aller Diskussion über Komfort und Wasserlage dürfen wir eine Frage nicht vergessen: Was passiert, wenn etwas schiefgeht?

Ein Bleisystem muss zur gesamten Sicherheitskonfiguration passen. Beim normalen Sporttauchen ist die Möglichkeit, im Notfall genügend Gewicht abzuwerfen und positiven Auftrieb herzustellen, ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung und Ausrüstungsplanung.

Das bedeutet aber nicht, dass jedes einzelne Gewicht abwerfbar sein muss. Eine Stahl-Backplate, ein schweres Doppelgerät oder fest montiertes P-Blei lassen sich ohnehin nicht einfach abwerfen. Entscheidend ist, ob der Taucher seine Ausrüstung auch bei einem Ausfall der primären Tarierhilfe noch beherrschen kann und welche weiteren Auftriebsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Beim technischen Tauchen kommt eine zusätzliche Überlegung hinzu: Ein unbeabsichtigter Verlust großer Gewichtsmengen kann besonders dann gefährlich werden, wenn verpflichtende Dekompressionsstopps eingehalten werden müssen. Deshalb unterscheiden sich die Anforderungen an die Gewichtsverteilung teilweise erheblich von denen eines gewöhnlichen Sporttauchgangs.

Umgekehrt wäre es ebenso falsch, für einen normalen Sporttauchgang sämtliche Gewichte fest zu montieren, ohne zu prüfen, wie man im Notfall ausreichenden Auftrieb herstellen könnte. Ein solches Setup braucht eine bewusste, zur Ausrüstung und Ausbildung passende Planung.

Für meine bevorzugten integrierten Systeme bedeutet das: Ich möchte einen klaren, zuverlässigen Schnellabwurf für den dafür vorgesehenen Teil des Ballasts. Zusätzliche feste Trimmgewichte sollen nur dann verwendet werden, wenn sie in die gesamte Sicherheitsplanung passen. Die Funktion wird vor dem Tauchgang überprüft, und mein Buddy weiß, wie er im Ernstfall reagieren muss.

Wichtig ist außerdem, dass ein Notabwurf unter Wasser einen erheblichen Auftriebsüberschuss erzeugen und einen schnellen, unkontrollierten Aufstieg auslösen kann. Gewicht wird deshalb nicht leichtfertig abgeworfen, sondern entsprechend den erlernten Notfallverfahren eingesetzt. An der Oberfläche kann das Abwerfen von Blei dagegen entscheidend sein, um positiven Auftrieb herzustellen.

Diese Überlegungen mögen für einen Artikel über ein paar Kilogramm Metall etwas übertrieben wirken. Aber beim Tauchen sind es oft genau solche Details, über die man besser vor dem Tauchgang nachdenkt als während eines Problems unter Wasser.

Die verschiedenen Bleisysteme im direkten Vergleich

Welche Lösung ist nun für wen sinnvoll? Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen. Sie ist bewusst keine Rangliste, denn die Systeme erfüllen teilweise unterschiedliche Aufgaben.

SystemGrößter VorteilWichtigster NachteilMeine Einschätzung
HartbleiRobust, kompakt und langlebigStarr, mögliche DruckstellenGut für spezielle Positionen und enge Taschen
SoftbleiFlexibel und angenehm zu verstauenHüllen und Nähte können verschleißenMein bevorzugtes Gewichtsmaterial
BleigurtEinfach, günstig, schnell abwerfbarKann drücken, verrutschen oder sich verfangenFunktioniert, ist aber nicht mein Favorit
Integrierte BleitaschenKomfortabel und gut in die Ausrüstung eingebundenHerstellerspezifische Verschlüsse, möglicher TaschenverlustMeine bevorzugte Befestigung
Feste TrimmgewichteGezielte Verbesserung der WasserlageOft nicht schnell abwerfbarSinnvoll, wenn bewusst eingeplant
V-BleiKompakt zwischen DoppelflaschenFest montiert, spezielle KonfigurationInteressant für geeignete Doppelgeräte
P-BleiKörpernahe Integration in die BackplateBegrenzte Menge, nicht schnell abwerfbarSinnvoll in passenden technischen Setups
FußbleiKann starken Fußauftrieb ausgleichenZusätzliche Trägheit, schlechter erreichbarFür mich möglichst die letzte Option

Was ich Anfängern und fortgeschrittenen Tauchern empfehlen würde

Wer gerade erst mit dem Tauchen beginnt, sollte sich meiner Meinung nach nicht zu früh auf ein bestimmtes System festlegen. In der Ausbildung ist es durchaus sinnvoll, unterschiedliche Bleisysteme kennenzulernen. Dazu gehört auch der klassische Bleigurt, denn man wird ihm bei Leihausrüstung und an vielen Tauchbasen weiterhin begegnen.

Wenn die Entscheidung für eine eigene Ausrüstung ansteht, würde ich persönlich ein gut sitzendes Tarierjacket oder Wing mit zuverlässigen integrierten Bleitaschen bevorzugen. Dazu hochwertiges Softblei in passenden Gewichtsgrößen, sodass sich die Menge vernünftig abstimmen lässt. Das ist für mich eine angenehme, nachvollziehbare Konfiguration, ohne unnötig viele Einzelteile.

Für fortgeschrittene Taucher lohnt es sich besonders, die Gewichtsverteilung genauer zu untersuchen. Wer seine Bleimenge kennt, eine stabile horizontale Wasserlage beherrscht und regelmäßig dieselbe Ausrüstung taucht, kann mit kleinen Anpassungen an den Trimmpositionen viel erreichen.

Beim Wechsel auf ein Wing, eine andere Backplate, einen Trockentauchanzug oder ein Doppelgerät sollte die Bleikonfiguration erneut überprüft werden. Nur weil acht Kilogramm mit dem alten Jacket funktioniert haben, müssen acht Kilogramm mit einem neuen Setup noch lange die richtige Menge sein.

Und ich würde jedem empfehlen, sich die eigene funktionierende Konfiguration aufzuschreiben: Anzug, Unterzieher, Flasche, Salz- oder Süßwasser, gesamte Bleimenge und Position der Gewichte. Wer regelmäßig an unterschiedlichen Orten taucht, spart sich damit erstaunlich viel Herumprobieren.

Warum ich am Ende bei Softblei und integrierten Taschen bleibe

Meine persönliche Präferenz ist nach all diesen Überlegungen ziemlich eindeutig. Ich möchte möglichst wenig unnötige Ausrüstung um die Hüfte tragen, keine zusätzlichen Gurte sortieren und meine Gewichte an einer definierten, gut zugänglichen Position haben.

Softblei fühlt sich für mich angenehmer an als starre Bleiblöcke. Integrierte Bleitaschen passen besser zu der Art, wie ich meine Ausrüstung organisieren möchte. Und wenn ich meinen Trimm verbessern muss, versuche ich zuerst, das vorhandene Gewicht sinnvoll zu verteilen, statt weitere Kilogramm hinzuzufügen.

Das bedeutet nicht, dass ein Bleigurt falsch wäre, P-Blei nur etwas für absolute Profis ist oder niemand jemals Fußblei benutzen sollte. Unterschiedliche Konfigurationen brauchen unterschiedliche Lösungen. Ein Trockentaucher im heimischen See hat andere Anforderungen als jemand, der mit dünnem Neoprenanzug im warmen Meer unterwegs ist. Und ein technischer Taucher mit Doppelgerät muss andere Sicherheitsfragen berücksichtigen als ein Sporttaucher mit einer einzelnen Flasche.

Was ich allerdings für keine gute Lösung halte, ist die Haltung, dass man sich über sein Blei keine Gedanken machen müsse, solange man irgendwie unter Wasser kommt.

Beim nächsten Tauchgang lohnt es sich deshalb, einmal ganz bewusst auf die eigene Bleikonfiguration zu achten. Sitzt alles angenehm? Kann ich ohne Flossenschlag schweben? Bleibe ich horizontal? Weiß mein Buddy, wie mein Bleisystem funktioniert? Und brauche ich tatsächlich jedes einzelne Kilogramm?

Wenn du diese Fragen beantworten kannst, bist du der richtigen Lösung wahrscheinlich schon ziemlich nah. Ob die dann aus Softblei, Hartblei, einem Bleigurt oder einem Wing mit integrierten Taschen besteht, ist letztlich zweitrangig.

Ich bleibe jedenfalls bei meinem Softblei. Und der Bleigurt darf gerne dort bleiben, wo ich ihn am liebsten habe: in der Ausrüstungskiste.

Weiterführende Informationen

Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet bei PADI eine Einführung in die verschiedenen Gewichtssysteme. Das Divers Alert Network erklärt die Bedeutung der korrekten Bleimenge und der British Sub-Aqua Club behandelt die Gewichtskonfiguration in seinem Safe Diving Guide. Für spezielle technische Systeme lohnt sich ergänzend ein Blick auf die Beschreibung von V-Blei und P-Blei.

Dieser Beitrag beschreibt Ausrüstungssysteme und persönliche Präferenzen. Die konkrete Konfiguration, der Umgang mit Notabwurfsystemen und die erforderlichen Übungen gehören in die praktische Tauchausbildung und müssen zum jeweiligen Ausbildungsstand passen.

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